Molche im Gartenteich


Bergmolche und Teichmolche im Gartenteich:


Alle Molche sind interessante und ausdauernde Pfleglinge im Gartenteich, sofern ihren speziellen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Der Teich sollte flache Wasserstellen (eventuell ein Sumpfteil für Sumpfpflanzen) und ein flaches Ufer aufweisen, damit die Tiere auch das Wasser ohne Schwierigkeiten verlassen können.

In der Nähe des Teiches werden ab April von den Molchen, die bereits das "Laichgeschäft" beendet haben, an Land kühle und feuchte Verstecke aufgesucht, indem sie sich unter Steinen oder Wurzeln eingraben und so den Sommer verbringen. Hier überwintern die Molche auch und suchen erst im zeitigen Frühjahr das nasse Element wieder auf, um erneut ihrem Laichgeschäft im Teich nachzugehen.

Unter Wasser leben die Molche von Kleintieren wie Mückenlarven, Wasserflöhen, Cyclops aber auch von Würmern, Insekten und kleinen Schnecken, die ins Wasser fallen. Im Sommer dürfte ihre Hauptnahrung aus kleinen
Würmern und Schnecken bestehen.

Die Eier werden meist an feinfiedrigen Pflanzen - wie Myriophyllum, Utriculari (Wasserschlauch), Hornkraut und Wasserpest) befestigt und sich selbst überlassen. Nach 2 bis 3 Wochen schlüpfen die Jungmolche als Larven, die mit Hilfe von Kiemenbüscheln atmen und dem Leben unter Wasser hervorragend angepaßt sind.

Innerhalb von drei Monaten erfolgt die Umwandlung - ähnlich wie bei den Kaulquappen von Fröschen -, indem sich zuerst die Hinterbeine, dann die Vorderbeine entwickeln und schließlich die Kiemenbüschel abgeworfen werden. Der junge Molch ist nun voll entwickelt und damit auf Lungenatmung an der Wasseroberfläche angewiesen. Er verläßt bald das nasse Element und führt wie seine Eltern ein verborgenes Dasein an Land.

Da Molche fast ausschließlich nur Lebendfutter fressen (ausnahmsweise fressen sie auch totes Futter von der Futternadel, dies ist jedoch ein mühsames und zeitraubendes Verfahren) sind sie für eine Aquariumhaltung nur bedingt geeignet. Hier werden sehr gerne - im Zoofachhandel erhältlich - Mückenlarven (alle Arten am liebsten jedoch, wahrscheinlich der Farbe wegen Rote Mückenlarven), Tubifex, Wasserflöhe und Cyclops angenommen, die jedoch saisonal bedingt nicht immer zu kaufen sind.

Im Teich sorgen die Molche selbst für ihren "Lebensunterhalt", hier ist die Fütterung kein Problem.

Da alle einheimischen Molcharten unter Naturschutz stehen, dürfen Molche nicht gefangen und im Gartenteich ausgesetzt werden. Im Zoofachhandel angebotene Arten aus subtropischen Ländern dürfen im Teich nicht ausgesetzt werden (Faunenverfälschung), sie haben in unseren Klimazonen im Winter auch keine reelle Überlebenschance.

Im Teich befindliche Frösche oder Unken sind nicht als Bedrohung der Molch-Population anzusehen. Räuberische Fischarten stellen jedoch eine ernste Bedrohung des Bestandes im Teich dar, es sollte deshalb darauf verzichtet
werden, solche Fische erst überhaupt einzusetzen.

Obschon der Fang von Molchen verboten ist, muß man sich normalerweise keine Gedanken darüber machen, "woher Molche nehmen, wenn nicht stehlen!". Molche wandern über Land und besiedeln so schon nach wenigen Jahren frisch angelegte Gartenteiche. Schon der relativ reiche "Nachwuchssegen" zeigt, daß die Tiere gezwungen sind, sich neue Lebensräume zu erschließen. In der Natur leben Molche oft relativ fern ab von stehenden oder fließenden Gewässern.

Auch Fahrrinnen von Fuhrwerken in Wald und Feld, in denen sich für einen längeren Zeitraum Regenwasser sammelt werden von Molchen zur Eiablage im zeitigen Frühjahr, oft schon ab Februar wenn gerade das Eis schmilzt aufgesucht. Ähnlich wie die Kröten verlassen sie ihre "Winterquartiere" und suchen das nächstliegende Gewässer zum Laichen auf.



Teichmolch im Gartenteich:


Der wohl häufigste Vertreter der Molchfamilie ist der Teichmolch - Triturus vulgaris -. Die am Rücken olive bis bräunlich gefärbten Tiere sind am Rücken und Schwanz sowie an den Seiten mit dunkelbraunen Tupfen übersät! Die Bauchregion ist hell orange gefärbt. In der Paarungszeit entwickelt sich der gewellte Kamm am Rücken des Männchens bis zur Schwanzspitze. Mit steigender Hochzeitsstimmung strahlen die Farben immer intensiver. Die Weibchen sind heller bis gelblich gefärbt.

Teichmolche besiedeln zur Paarung schon sehr zeitig im Frühjahr auch kleinste Wasseransammlungen, wie Fahrspuren von landwirtschaftlichen Fahrzeugen im Wald und auf Wiesen, die allerdings dauerhaft mit Wasser gefüllt sein müssen. Er scheint instinktiv zu ahnen, wenn ein Gewässer vom Austrocknen bedroht istund wandert sodann in vielversprechendere Biotope ab.

Allerdings werden vorwiegend Gewässertypen bevorzugt, die nicht mit Fischenbesiedelt sind.

Trifft ein Teichmolch-Männchen auf ein Weibchen, beginnt er sofort auf arteigene Weise ihr "den Hof zu machen". Das Männchen beginnt eine Art Hochzeitstanz, indem es sich aufgeregt, unter allerlei grotesken Körperverrenkungen vor dem Weibchen aufbaut und mit dem Schwanz wedelt, was schließlich in einem Peitschen des Schwanzes gipfelt. Hierbei treten Duftstoffe aus, die dem Weibchen zugefächelt werden und seine Paarungsbereitschaft stimulieren sollen.



Teichmolch Männchen


Das Männchen legt nun an einer Wasserpflanze ein Samenpaket ab, das vom Weibchen in ihre Kloake aufgenommen wird. Das Samenpaket reicht aus um eine Unzahl an Eiern zu befruchten. Die befruchteten Eier werdennunmehr vom Weibchen einzeln auf Wasserpflanzen abgelegt, indem dasWeibchen mit seinen Hinterbeinen aus Blättern eine Art tütenförmige"Schutzhülle" formt. Es können so von einem einzelnen Weibchen biszu dreihundert Eier abgesetzt werden.

Bald nach der Paarung bildet sich der Kamm des Männchens zurück, dieFarben verblassen und die Teichmolche ihr verlassen nasses Element. Siesuchen sich in der näheren Umgebung einen kühlen, feuchten Platz an dem sie sich eingraben und an dem schließlich auch überwintern um im nächsten Frühjahr erneut das nächste, geeignete Gewässer aufzusuchen um sich mit einem Partner zu paaren.



Teichmolch Weibchen



Zwei bis drei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Teichmolch-Larven, die wie die Larven ihrer Verwandten (Kamm-Molch und Bergmolch) zunächst über Kiemenbüschel ihren Sauerstoffbedarf aus dem Wasser decken.

Innerhalb von drei Monaten wandeln sich die Larven in kleine Molche um, es entwickeln sich zuerst die Vorderbeine, dann die Hinterbeine und schließlich werden die Kiemen abgeworfen, die Atmung wird auf Lungenatmung umgestellt Wie ihre Eltern sind die jungen Teichmolc

Schließlich verlassen auch die Jungmolche das Wasser und graben sich in der Nähe wie ihre Eltern ein. Um dort schließlich auch zu überwintern. Unter Wasser ernähren sich sowohl die erwachsenen als auch die jungen Molche von ihrer Maulgröße angepaßten Wassertieren aller Art, an Land werden auch kleinere Würmer, Schnecken, Käfer und Insekten verspeist.

Auch die Teichmolche sind in Deutschland per Naturschutzgesetz streng geschützt und dürfen - wie auch ihre Eier und Larven - nicht gehandelt oder gefangen werden.



Kamm-Molch im Gartenteich:


Der sehr selten gewordene Kamm-Molch - Triturus cristatus - ist mit ca. 15 bis 18 cm Länge der größte unserer einheimischen Molcharten. Der Rücken derTiere ist schwarz gefärbt, der Bauch gelb-orange. Schwarze Punkte und weiße Flecken an den Seiten sowie dunkle Flecke am Bauch, gepaart mit einem bizarr wirkenden, stark gezacktem, hohem Kamm in der Paarungszeit, sieht der Kamm-Molch einem Minisaurier sehr ähnlich!

Sein wildes Aussehen straft der Kamm-Molch keineswegs "Lügen", er ist auchsehr räuberisch veranlagt und vergreift sich sogar an seinen kleineren Artgenossen, den Teich- und Bergmolchen! Er ist auch ein gieriger Laichräuber und vertilgt alles Lebende, was größenmäßig in sein Maul paßt! Daher trifft man nur selten in den Biotopen, in denen Kamm-Molche beheimatet sind, Artgenossen anderer Molcharten an. Man sagt ihm sogar Kannibalismus in "den eigenen Reihen" nach, kleinere Kamm-Molche werden gelegentlich von ausgewachsenen gefressen!


Kammmolch Triturus cristatus



Zur Paarung wird das Weibchen mit flatternden Bewegungen des permutt-glänzenden Schwanzes umworben. Die befruchteten Eier werden zwischen Wasserpflanzen "geheftet", in den durchsichtigen Hüllen sind die "Dotterkugeln"
und später die sich entwickelnden Kaulquappen gut zu erkennen.

Nach der Paarung und Eiablage im zeitigen Frühjahr verläßt auch der Kamm-Molch das Wasser und gräbt sich ein kühles, feuchtes Versteck in der Nähe, in dem er auch den Winter überdauert. Er stellt sodann seine Nahrung von allerlei Wassergetier auf Schnecken, Würmer, Insekten und Käfer um.

Die jungen Kamm-Molche entwickeln sich aus den Eiern zu äußerst gefräßigen Larven - der Apfel fällt nicht weit vom Baum! -, die mit Kiemenbüscheln zur Atmung unter Wasser ausgestattet sind, werfen diese - wenn sie zu voll ausgebildeten Molchen heranreifen - wie ihre Verwandten, die Teich- und Bergmolche,ab und stellen auf Lungenatmung um. Sie müssen sodann zur Wasseroberflächeum Luft zu holen, wie die erwachsenen Kamm-Molche auch.

Spätestens im September verlassen die Jungmolche das Wasser und graben sich - wie ihre Eltern - im Erdreich ein, wo sie schließlich überwintern.


Alle Molche sind streng geschützt und dürfen - wie auch deren Eier und Larven -nicht aus der Natur entnommen werden!


Bergmolch im Gartenteich:


Der Bergmolch - lateinisch Triturus alpestris - ist der farbenprächtigste unterden einheimischen Molchen und kommt nur in den höheren Lagen der Mittelgebirge und im Alpenvorland vor, wo er teilweise, vor allem in naturbelassenen
Gewässern, noch recht häufig anzutreffen ist.



Das Männchen ist am Bauch leuchtend orange gefärbt, der Rücken zeigt sich stahlblau mit einer schwachen Punktzeichnung, die am Schwanz stärker ausgebildet ist. Der dunkle, schmale Kamm des Männchens weist eine abwechselnde Hell -/- Dunkelzeichnung (gelb schwarz) auf. Das Weibchen dagegen ist am Rücken olivefarben mit unregelmäßigen braunen Flecken, der Bauch orange gefärbt, die unregelmäßigen, hell- bis dunkelbraunen Flecken sind in Strichform vom Kopf über den Rücken bis zum Schwanz angeordnet.

Schon sehr zeitig im Frühjahr suchen die Molche den Teich auf um sich dort zupaaren. Die Männchen werben um die Weibchen, indem sie ihre Laichwilligkeit durch wedelnde Schwanzbewegungen kundtun. Vorwiegend werden Teiche
ohne Fischbesatz aufgesucht.

Nach der Paarung und Eiablage verlassen die Bergmolche das Wasser, um den Sommer in einem schattigen feuchten Versteck in der näheren Umgebung des Teiches im Garten zu verbringen. Sie überwintern auch außerhalb des Teiches, allerdings sollen schon Bergmolche beobachtet worden sein, die den ganzenSommer unter Wasser verbracht und auch im Teich überwintert haben sollen.Die Regel scheint dies jedoch nicht zu sein.

Im Wasser ernähren sich die Bergmolche - auch deren Jungtiere - von allerleikleinen (mundgerechten) Wassertieren, an Land fressen sie auch kleine Würmer,Insekten und sogar kleine Schnecken.

Die sich entwickelnden Molchlarven besitzen zur Atmung unter Wasser zweiKiemenbüschel, die sie zum Ende ihrer Entwicklung abwerfen. Die Tiere stellen sich sodann auf Lungenatmung um und müssen - wie auch die erwachsenen Molche - zum Luftaustausch an die Wasseroberfläche. Spätestens Anfang September verlassen auch die Jungmolche das nasse Element und suchen kühle, feuchte Verstecke im Garten auf, in denen sie, ins Erdreich eingegraben überwintern.

Alle einheimischen Molche sind streng geschützt und dürfen weder als erwachsene Tiere noch als Larven oder Laich der Natur entnommen werden.




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